Weinland Ungarn

Ungarn teilt sich in 3 große Weinregionen,
die ihrerseits in verschiedene Weingebiete unterteilt sind,
die wir gerne vorstellen wollen.

Warum ungarischer Wein?

Die angebotenen Weißweine, Rosés und Rotweine sind ausnahmslos von einer sehr guten bis hervorragenden Qualität und können sich mit anderen hochwertigen Produkten aus Westeuropa, beispielsweise aus Frankreich und Italien locker messen. So mancher ungarischer Rotwein zählt zu besten der Welt! Aber ungarische Weine werden nur von wenigen Händlern vertrieben, werden in den Fachzeitschriften nicht häufig erwähnt, doch von den Weinkritikern hoch bewertet. Warum ist das so?

Um diese Frage zu beantworten, ist ein Blick auf die Historie des Weinlands Ungarn wichtig:

Ungarn blickt als Weinland auf eine mehr als 1.000-jährige Tradition zurück. Zwar sind die Anfänge auf die Kelten zurückzuführen, doch haben die Römer den Rebensaft deutlich verbessert und verbreitet. Nach dem Zerfall des römischen Reiches erlitt der Weinbau allerdings einen schweren Rückschlag. Erst im Mittelalter, im 11. und 12. Jahrhundert, erlebte er wie fast überall in Europa eine Renaissance. Durch zahlreiche Schenkungen an die Klöster dehnte sich der Weinbau weiter aus. Damals waren Weine aus Sopron oder Eger weit bekannt. Erst im 16. Jahrhundert erlangten die Weine aus Tokaj Weltruf.
Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war Ungarn DIE Weingroßmacht. Zu Zeiten der Kaiserin Maria Theresia hieß es: „Nullum vinum nisi hungaricum – kein Wein außer ungarischem!“.
Heute liefern die ungarischen Winzer lediglich noch 1,5 bis 2 % der Weinproduktion der ganzen Welt und spielen eine handelsvolumenmäßig eher untergeordnete Rolle. Galt Ungarn noch vor 100 Jahren als das größte südosteuropäische Weinland, so haben heute Länder wie Rumänien, Bulgarien und Griechenland weit mehr Reben im Anbau.

Ungarn zählte nach dem Zweiten Weltkrieg ein halbes Jahrhundert lang zum Interessentenkreis der Sowjetunion und diese Beziehung hat die Weinproduktion dominiert; in der Folge wurde aus qualitativer eher eine quantitative Weinherstellung. Der Wein wurde vorrangig in die Bruderstaaten des sozialistischen Wirtschaftsraums exportiert. Von diesem Image der Massen- und Billigweinproduktion erholt sich die ungarische Weinwirtschaft immer noch sehr schwer. Natürlich hat diese Periode auch eine Wirkung auf den deutschen Konsumenten ausgeübt, deren Spuren noch anzutreffen sind. Die auf dem deutschen Weinmarkt erscheinenden Weine zu einem billigen Preis beeinflussen immer noch das negative Image des ungarischen Weines.
Die Weingüter, die sich im Familienbesitz befanden, wurden alle ausnahmslos enteignet. Zwar entstanden einige Produktionsgenossenschaften und Staatsweingüter, die der staatlichen Kontrolle unterlagen. Privater Grundbesitz beziehungsweise die eigene Pflege von Weingütern jedoch wurde massiv eingeschränkt. So durfte pro Person lediglich ein halbes Hektar bewirtschaftet werden, innerhalb einer Familie jedoch nicht mehr als zwei Hektar. Es spielten die Traditionen der Familienweingüter praktisch keine Rolle mehr.

Nach der Auflösung der großen staatlichen Kombinate und Produktionsgenossenschaften investierten Westeuropäer, darunter auch Franzosen, Italiener, Deutsche und Österreicher in den ungarischen Weinbau. Die alten Winzergenerationen konnten wieder aufleben. Unter teilweise großen Schwierigkeiten kauften die Familien ihren Grundbesitz wieder zurück. Sie investierten jeden Cent in ihre Weingüter und bauten sie vollkommen neu auf.
Heute – fast 30 Jahre später – versuchen die Familienunternehmen, deren nachfolgende Generation oft eine hochwertige Ausbildung bei westeuropäischen Winzern genossen, mit ständig steigender Qualität und moderner Technologie den guten Ruf der Weine wiederherzustellen. Der Tokaj hat seinen Platz im Pantheon der edelsüßen Weine wiedererobert – dank des einfließenden Kapitals und der Ambitionen der einheimischen Winzer. Die Anbaugebiete Eger, Sopron, Szekszárd und Villány, aber auch der Balaton definieren den Begriff des ungarischen Rotweins neu und auch die Weißweine aus den Regionen Somló und Balaton halten Überraschungen für die internationale Weinwelt bereit!

Nach dem Wegfall der administrativen Grenzen durch den EU-Beitritt, steht Ungarn wieder vor der Herausforderung, seine Weine auf dem internationalen Markt messen zu lassen.
Ungarns Weinreben wachsen auf geologisch hochwertigen, mineralhaltigen Böden in überwiegend sehr günstigen klimatischen Bedingungen.
Wir sehen unsere Aufgabe darin – und wir sprechen auch für unsere ungarischen Winzer – den Konsumenten, ob er an einem guten Wein zum Essen interessiert ist, oder anspruchsvoller Genießer, zu verwöhnen.

Wir möchten mit Ihnen unsere Überzeugung teilen, dass die ungarischen Weine es wert sind, Vergleiche mit anderen hervorragenden Weinen standzuhalten und setzen uns dafür ein, den Ruf der ungarischen Weine wieder herzustellen. Folgen auch Sie den positiven Veränderungen und wagen Sie einen kulinarischen Spaziergang in die neue Welt der ungarischen Weine!

Die wichtigsten Rebsorten Ungarns

... und ihre Historie

Ungarn wurde im Jahr 1875 im südlichen Teil des Landes in Pancsova von der Reblausplage heimgesucht, die schließlich zehn Jahre später auch die nördliche Region Tokaj erreichte. Wie in allen anderen europäischen Ländern war das eine große Katastrophe, die zu enormen Verlusten an Rebflächen führte. Bis zu jenem Jahr war Ungarn noch drittgrößter Weinproduzent Europas! Von den damals vorhandenen 383.750 Hektar Rebfläche blieben nach dem Befall lediglich 225.260 Hektar. Es kam zu einer bedeutenden Umgestaltung der Regionen und Rebsorten.

Rebschulen wurden gegründet und die europäischen Reben nach und nach mit amerikanischen Unterlagsreben versehen. Außerdem dachte man zunächst, dass die Reblaus in sandigen Böden nicht überleben könnte. Die ungarische Tiefebene mit ihren Sandböden wurde daher in dieser Zeit großflächig mit Reben bestockt und ist bis heute das größte ungarische Weinbaugebiet.

Die gegenwärtig in Ungarn angebauten Rebsorten gehören alle zur Gattung der europäischen Edelrebe Vitis Vinifera. Die Direktträger (Amerikaner- und Hybridreben) wurden bis Anfang der 1950er Jahre entfernt.

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